Nur wer sich erinnert…

Pressemitteilung Montag 10. März 2014 | 13:18

Ministerpräsident Albig zur Woche der Brüderlichkeit: Den Weg der Toleranz und Vielfalt weitergehen – Erinnerung an Nazi-Gewaltherrschaft wachhalten

KIEL. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig hat dazu aufgerufen, die Erinnerung an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft wachzuhalten. “Nur wer erinnert, stellt sich von Anfang an gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. Deshalb müssen wir dem Vergessen etwas entgegensetzen“, sagte Albig heute (9. März) zur Eröffnungsfeier der bundesweiten christlich-jüdischen „Woche der Brüderlichkeit“ im Opernhaus in Kiel.

“Immer weniger Zeitzeugen können uns im Gespräch erinnern. Deshalb müssen die Orte erzählen: von Gewalt und Massenmord, von Propaganda, von Verblendung und Rassenwahn, von Vertreibung und Vernichtung“, so Albig weiter. Daher unterstütze das Land die KZ-Gedenkstätten in Schleswig-Holstein noch nachdrücklicher in ihrer Erinnerungsarbeit.

Der Ministerpräsident mahnte auch an, den Weg der Toleranz und der Vielfalt in Deutschland und in Europa energisch weiterzugehen. “Wir in Deutschland haben eine besondere Verantwortung zum Dialog, zu Mut und zu Zivilcourage“, sagte er. Niemand dürfe zulassen, dass in Europa Intoleranz und Hass Zustimmung finde oder tatenlos geduldet werde. Toleranz sei aber kein Selbstgänger: “Wir müssen für sie kämpfen“, so der Regierungschef.

Zur Woche der Brüderlichkeit wurde in Kiel der ungarische Schriftsteller György Konrád mit der Buber-Rosenzweig-Medaille geehrt. Albig würdigte den Autor: “Entschlossen setzen Sie sich für eine freie und tolerante Gesellschaft ein und erheben Ihre Stimme gegen Rassismus und Antisemitismus. Diese Auszeichnung soll Sie in diesem Engagement ermutigen. Es ist eine Ehre, Sie heute in Kiel zu haben.”

Pressetext: Carsten Maltzan, Lars Erik Bethge