Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Ladelund

Ein Vorzeigeprojekt der Gedenkstättenarbeit / MoinMoin 22.11.2017
Neueröffnung der Gedenkstätte / sh:z 20.11.2017
Zeitungsbericht sh:z 20.September 2017

Neugestaltung der Ausstellung „Das KZ im Dorf – Geschichte und Nachgeschichte des Außenlagers Ladelund“ und der historischen Orte sowie die Vernetzung des Außengeländes der KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund

Die Gedenkstätte Ladelund ist ein mehrteiliger Gedenk- und Informationsort. Im Zentrum befindet sich auf dem Friedhof der Ladelunder Kirchengemeinde die Grabanlage mit 9 Gemeinschaftsgräbern vom November/Dezember 1944, in denen 301 Tote des KZ Ladelund begraben wurden.
In Sichtnähe der Gräber befindet das 1989 erbaute und 2006 baulich erweiterte Dokumentenhaus.
Weitere authentische Erinnerungsorte sind das ehemalige Lagergelände, das heute nur noch in einem kleinen Bereich öffentlich zugängig ist und keine authentischen Relikte aufweist, sowie der Verbindungsweg zwischen dem Lagergelände und dem Friedhof, der in Teilen entlang des ehemaligen, von den KZ-Häftlingen ausgehobenen Panzerabwehrgrabens verläuft. Hier erinnert ein Mahnmal an die Zwangsarbeit der Häftlinge, und ein 2011 archäologisch rekonstruiertes Teilstück des Panzerabwehrgrabens versucht, die Zwangsarbeit und Arbeitsbedingungen zu veranschaulichen.
Das Dokumentenhaus, künftig „Forum“ genannt, ist kein authentischer Ort, hat jedoch eine zentrale und verbindende Funktion für den Gedenkstättenbesuch: Es bietet nich Informationen zur Geschichte des KZ-Außenlagers, seiner Nachgeschichte und der mit ihm verbundenen Erinnerungskultur. Zudem ist er ein multifunktionaler Ort, der zur historisch-politischen Bildungsarbeit einlädt.
Die Gedenkorte und das Forum werden durch „Erinnerungswege“ zu einem Komplex zusammengeführt, der die eigentliche KZ-Gedenkstätte Ladelund ausmacht. Die Fläche zwischen dem Forum und der Grabanlage wird gärtnerisch gestaltet und in das Gesamtkonzept integriert.
Die Ausstellung und die historischen Orte werden miteinander vernetzt. Dafür bedarf es eines ästhetischen Prinzips, das sich sowohl auf das Wegeleitsystem und die Informationsträger im Außengelände als auch auf das Ausstellungssystem anwenden lässt.
In der Neukonzeption werden die authentischen Orte jeweils mit einem Erläuterungsmedium, das Informationen anbietet und sich zugleich in der Gestaltung zurück nimmt, ausgestattet, um dem Gedenken Raum zu lassen.
Die Ausstellung im Dokumentenhaus ist ein Ort der Information und des Lernens und bietet verschiedene Zugangsmöglichkeiten – z.B. auch emotionale Zugänge –. Er soll die Besucherinnen und Besucher auch zu eigenen Assoziationen, Fragen und Gedanken anregen.