Ein wichtiger Baustein in der Gedenkstätten-Bewegung

Rendsburg
Bildschirmfoto 2013-11-04 um 09.12.34Ein einzigartiges Haus, eine wichtige Gedenkstätte, ein großartiges Konzept – zum 25-jährigen Bestehen des Jüdischen Museums fanden die Festredner gestern bei der Jubiläumsfeier zahlreiche lobende Worte. Das Jüdische Museum ist für Ministerpräsident Torsten Albig ein wichtiger Baustein in der Gedenkstättenbewegung. Daher soll es in diese zukünftig noch stärker eingebunden werden.
Vor dem Blick in die Zukunft hatte Claus von Carnap-Bornheim an die Entstehung des Museums erinnert. Der Leitende Direktor der Landesmuseen, zu denen auch das Haus in Rensburg zählt, dankte jenen, die es damals gegen Widerstände etabliert hatten: Unter anderem der ehemalige Landtagsabgeordnete Günter Neugebauer, der in den Gremien der Stadt für das Projekt warb. Dem ehemaligen Bürgervorsteher Eberhard Goll. Und Hans-Hinrich Blunck, dem ehemaligen Kreisverwaltungsdirektor. Wolfgang Gramm, heute Kurator der NordArt, war der erste Leiter des Museums. Seine Nachfolgerin Frauke Dettmer hat „das Haus ganz maßgeblich mitgeprägt“, so von Carnap-Bornheim.
Das Rendsburger Museum war Vorreiter für andere Häuser, die zwar größer sein mögen, aber qualitativ nicht besser, betonte Stephan J. Kramer mit Blick auf das Jüdische Museum in Berlin. Der Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland attestierte Walda und seinem Team, dass das Haus nach 25 Jahren kein bisschen verstaubt sei. Mit Blick auf die erfolgte Neugestaltung der Räumlichkeiten und die jetzt begonnene Neugestaltung der Ausstellung sagte er: „Das Haus ist in Bewegung.“ Die Landesregierung werde es weiterhin nach ihren Möglichkeiten unterstützen, erfuhren die Zuhörer.
Acht jüdische Gemeinden gibt es in Schleswig-Holstein. Stephan J. Kramer berichtete, dass es in Deutschland inzwischen – dank russischer Einwanderer – mehr jüdische Gemeinden und Schulen gibt, als man sich nach dem Holocaust hätte träumen lassen. Auch aus diesem Grunde müsse Gedenken ein Teil der Zukunft sein. Da es aber kaum noch lebende Zeitzeugen gebe, „müssen die Orte Geschichte erzählen“, betonte Albig.

sab
Jüdisches Museum, Herbstausstellung mit Fotos von Gisela Floto und Novembertage (5. bis 29.11), Programm

Quelle: sh:z/ Landesleitung 4.11.2013